Diabetes mellitus
Hyperkeratose an der 2. Zehe bei Diabetes mellitus
Ein Fallbeispiel aus unseren Praxen: Eine Krallenzehenstellung erzeugt einen Druckpunkt an der 2. Zehe — bei fehlender Schutzwahrnehmung bleibt er unbemerkt.
Ausgangslage
Eine Polyneuropathie — hier verursacht durch einen Diabetes mellitus — und eine Krallenzehenstellung führen zusammen zu hohen Druck- und Reibungspunkten. Betroffen war die 2. Zehe rechts.
Unter der Hyperkeratose zeigte sich eine Einblutung: ein Hinweis darauf, dass die Stelle über längere Zeit zu stark belastet wurde.
Behandlung
Grundsatz: Wir gehen keine unnötigen Risiken ein. Vor dem Abtragen prüfen wir den Befund:
- Suche nach den fünf Kardinalsymptomen einer Entzündung
- Suche nach fehlenden oder nur teilweise vorhandenen klinischen Infektzeichen
Danach folgte:
- Abtragen der Hyperkeratose mit der Skalpelltechnik bis etwa zum Stratum lucidum
- Vollständiges Abtragen inklusive Wundrandsanierung
- Wundreinigung
- Druckentlastung mit 5 mm Filz
- Interprofessionelle Zusammenarbeit mit der Ärztin oder dem Arzt und der Orthopädie-Schuhtechnik
Verlauf und Ergebnis
Nach dem Abtragen zeigt sich die Läsion an der 2. Zehe offen und beurteilbar; die verhornte Auflage ist entfernt.
Damit die Stelle abheilen kann, muss der Druck weg: Die Filzentlastung übernimmt das kurzfristig, die dauerhafte Lösung ist die Schuh- und gegebenenfalls Einlagenversorgung — besprochen mit der Orthopädie-Schuhtechnik.
Fragen zu Ihrem Fuss?
Dieses Fallbeispiel gehört zur Übersicht Risikofüsse. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Fuss zu den Risikofüssen zählt: Unsere Podologinnen und Podologen schauen ihn sich an.