Diabetes mellitus
Hyperkeratose an der Ferse bei Diabetes mellitus
Ein Fallbeispiel aus unseren Praxen über zwei Termine: von der stark verhornten, rissigen Ferse bis zur Kontrolle fünf Wochen später.
Ausgangslage
Hyperkeratosen entstehen durch mechanischen Druck und Reibung und sind zunächst eine sinnvolle, natürliche Schutzfunktion der Haut. Grundkrankheiten wie ein Diabetes mellitus, Unfälle (etwa am Sprunggelenk) oder ungeeignetes Schuhwerk führen zu biomechanischen Veränderungen und Fehlstellungen — und damit zu Druck und Reibung an bestimmten Stellen.
Beim Gehen belastet der Mensch seinen Fuss vor allem am Metatarsalkopf I, am Metatarsalkopf V und an der Ferse. Dieser Patient belastete vor allem die Ferse. Ungeeignetes Schuhwerk und der Drang, die Hornhaut mit den Fingern wegzureissen, verschlimmerten den Zustand.
So kann jemand sehr schnell in eine Situation kommen, in der es ohne professionelle Hilfe nicht mehr weitergeht: Die zu dicke Hyperkeratose muss reduziert werden.
Behandlung am 13. März
Grundsatz: Wir gehen keine unnötigen Risiken ein. Zuerst der Befund:
- Suche nach den fünf Kardinalsymptomen einer Entzündung
- Suche nach fehlenden oder nur teilweise vorhandenen klinischen Infektzeichen
Unser Vorgehen am 13. März:
- Abtragen der Hyperkeratose mit der Skalpelltechnik
- Auskorrigieren der Rhagaden (Risse) mit der Skalpelltechnik
- Wundreinigung
- Abdeckung mit einem Hydrokolloidverband
- Zusätzliche Fixation darüber, damit die Abdeckung wirklich hält
- Kontrolle in zwei Tagen
Kontrolle nach fünf Wochen
Am 20. April, fünf Wochen später, zeigte sich die Ferse deutlich beruhigt:
- Keine Kardinalsymptome einer Entzündung
- Punktuelle Einblutungen («black heel») deuten weiterhin auf hohen Druck hin
- Der Patient braucht eine andere Schuhversorgung
An diesem Termin wurde erneut behandelt: Abtragen und Auskorrigieren der Hyperkeratose mit der Skalpelltechnik, danach eine einfache Wundabdeckung. Die Schuhversorgung wurde interdisziplinär mit der Orthopädie-Schuhtechnik besprochen — ohne sie kehrt der Druck zurück.
Fragen zu Ihrem Fuss?
Dieses Fallbeispiel gehört zur Übersicht Risikofüsse. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Fuss zu den Risikofüssen zählt: Unsere Podologinnen und Podologen schauen ihn sich an.